Über den Verbund Norddeutscher Universitäten
Beteiligte Universitäten
Dem Verbund Norddeutscher Universitäten gehören folgende Universitäten an:
- Universität Bremen,
- Ernst Moritz Arndt Universität Greifswald,
- Universität Hamburg,
- Christian-Albrechts-Universität zu Kiel,
- Universität zu Lübeck,
- Carl von Ossietzky Universität Oldenburg,
- Universität Rostock.
Die Universität Groningen in den Niederlanden bringt seit Gründung des Verbundes als externer Kooperationspartner die international anerkannte Expertise zu den Themen Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung von Lehre und Studium ein.
Von April 1994 bis September 2006 war der Präsident der Universität Hamburg, Dr. Dr. h.c. Jürgen Lüthje. Sprecher des Verbundes Norddeutscher Universitäten. Derzeit hat der Rektor der Universität Bremen, Prof. Dr. Wilfried Müller, das Amt des Sprechers inne.
Evaluation von Studium und Lehre
Als Hauptaufgabe der Netzwerkarbeit wurde bei der Gründung des Verbunds im Jahre 1994 die gemeinsame Durchführung von Evaluationsverfahren für Studienfächer definiert. Damit reagierten die Mitgliedsuniversitäten aus vier Bundesländern auf die zu Beginn der 1990er Jahre aufkommenden öffentlichen Forderungen nach mehr Transparenz und Qualitätskontrolle in Studium und Lehre. Bei der Konzeption und Durchführung der Evaluationsverfahren wurden eigene Standards und Kriterien entwickelt, die auf den internationalen und nationalen Erfahrungen in der Qualitätssicherung und –überprüfung aufbauten und sich an den Empfehlungen des Wissenschaftsrates (1996) und der Hochschulrektorenkonferenz (1995) orientieren.
1. Evaluationszyklus
Im April 1994 wurde mit der Durchführung von mehrstufigen Evaluationen in Lehre und Studium begonnen. Im so genannten. 1. Zyklus wurden zwischen 1994 – 2003 alle diejenigen Studienfächer evaluiert, die an mehr als drei Universitäten des Nordverbundes angeboten werden. Außerdem wurden im Jahr 2001 die Internationalisierungsstrategien der Universitäten Bremen, Hamburg, Kiel, Oldenburg und Rostock evaluiert.
2. Evaluationszyklus
Auf der Grundlage einer Metaevaluation wurde ein neues Evaluationsdesign für den so genannten 2. Zyklus entwickelt. Die Schwerpunkte verlagerten sich nunmehr auf Lernergebnisse und Qualitätsmanagement. Damit trug der Verbund auch den aktuellen Anforderungen aus den hochschulpolitischen Entwicklungen im Zuge des „Bologna-Prozesses“ Rechnung. Im Sommersemester 2004 hat der 2. Evaluationszyklus begonnen, fünf Studienfächer (Biologie, Germanistik, Humanmedizin, Pharmazie, Rechtswissenschaft) wurden bis dato evaluiert. In einem Pilotprojekt evaluierte der Nordverbund zudem die Entwicklung, Implementation und Erprobung von Elementen für ein Qualitätsmanagement in Studium und Lehre am Beispiel wirtschaftswissenschaftlicher Einrichtungen.
SelfAssessment
Seit 2005 verfolgt der Verbund Norddeutscher Universitäten ein weiteres Projekt. Der gemeinsamen Herausforderung, die Passung zwischen Studierenden, Studienfächern und Universitäten zu verbessern wurde durch die Entwicklung verschiedener fachgruppenbezogener Selbsttests, so genannter SelfAssessments, begegnet. Nach einer zweijährigen Entwicklungsphase sind die Tests für Gesellschafts- und Sozialwissenschaften, Naturwissenschaften, Rechtswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, sowie Sprach- und Geisteswissenschaften online. Während mittlerweile zahlreiche Universitäten und andere Anbieter Eignungstests unterschiedlicher Qualität anbieten, war der Nordverbund Vorreiter auf dem Gebiet der SelfAssessments. Das wissenschaftlich fundierte Verfahren steht allen Interessierten kostenlos zur Verfügung und soll im Zusammenspiel mit der persönlichen Studienberatung ein Beitrag zu einer informierten Studienfachauswahl der Bewerberinnen und Bewerber führen.
Neue Ausrichtung des Verbundes
Der Verbund Norddeutscher Universitäten hat sich bundesweit und partiell auch international einen guten Ruf erarbeitet. Im Bereich SelfAssessments leistete er Pionierarbeit, und seine Evaluationsverfahren waren die ersten dieser Art in Deutschland und gelten nach wie vor als vorbildlich. Im Zuge des Bologna-Prozesses haben sich aber die Rahmenbedingungen verändert: viele Fachbereiche und Fakultäten haben im Zusammenhang mit der Einrichtung neuer Bachelor- und Masterstudiengänge ihre Curricula neu ausgerichtet und durchlaufen (Re-)Akkreditierungsverfahren, die mindestens im äußerlichen Ablauf Ähnlichkeit mit der Evaluation aufweisen. Die Kapazitäten und somit die Bereitschaft, ein zweites Verfahren zur Qualitätssicherung zu absolvieren, ist daher nicht besonders ausgeprägt. Zudem erfolgt die Einführung der gestuften Studienprogramme in den einzelnen Universitäten des Nordverbunds zu sehr unterschiedlichen Zeitpunkten. Daher sind Verfahren im „Konvoi“ unter diesen neuen Bedingungen kaum zu realisieren.
Die Universitäten im Nordverbund haben sich daher im Jahr 2008 auf eine neue Ausrichtung der Zusammenarbeit verständigt. Neben den bisherigen Evaluationsverfahren, die in geeigneten Studienfächern fortgeführt werden können, wenn der Wunsch artikuliert wird, tritt die projektbezogene Arbeit in den Vordergrund, insbesondere im Hinblick auf die Qualitätssteigerung in Studium und Lehre. Darüber hinaus soll der Verbund Norddeutscher Universitäten sich verstärkt zu einem hochschulpolitischen Forum entwickeln und unter anderem den Dialog mit der staatlichen Wissenschaftsverwaltung befördern. Der Verbund bekommt durch die Neuausrichtung stärker den Charakter eines Netzwerkes und eröffnet den beteiligten Rektoraten und Präsidien die Möglichkeit, sich im Hinblick auf Entscheidungen der DFG und der HRK abzustimmen und zu zentralen Fragen der Hochschulpolitik systematisch auszutauschen.
Studierbarkeit
Neben der Evaluation von Studium und Lehre und den Selbsttests als Serviceangebot werden im Verbund Norddeutscher Universitäten die Kompetenzen zu den Themen Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement im Hochschulbereich gebündelt. Im März 2010 haben die PräsidentInnen und Rektoren der Universitäten des Nordverbundes daher ein weiteres innovatives Projekt auf den Weg gebracht. An bis zu drei Studiengängen pro Universität wird der Frage der Studierbarkeit nachgegangen. Anhand verschiedener Kriterien, zum Beispiel Studienorganisation, Workload, sachgerechte Modularisierung oder adäquate Prüfungsorganisation, sollen vertiefte Erkenntnisse zur Frage der Studierbarkeit von Studienprogrammen gewonnen werden. Ein Ziel des Projekts Studierbarkeit ist die Weiterentwicklung des internen Qualitätsmanagements an den jeweiligen Universitäten. Gemeinsam mit dem Baustein der externen Evaluation bereitet es darüber hinaus auf die Anforderungen der Systemakkreditierung vor.


