Evaluationen

Evaluationsverfahren im Nordverbund

Evaluationsverfahren im Nordverbund

Von 1994 bis 2009 hat der Verbund Norddeutscher Universitäten (VNU) intensiv die Evaluation von Studium und Lehre vorangetrieben. Die Verbundpartner konnten in diesem Verfahren von den Erfahrungen der anderen Universitäten lernen, so Synergieeffekte nutzen und Best-Practice-Lösungen austauschen, ohne die Autonomie der Hochschulen oder den offenen Wettbewerb einzuschränken.
Die Evaluationen im Verbund Norddeutscher Universitäten zielten dabei insbesondere auf die Qualitätssicherung und -verbesserung in Studium und Lehre. Qualität wurde dabei nicht als statische, sondern als dynamische Größe aufgefasst, die von den Fächern während der Evaluation selbst definiert und weiterentwickelt wurde.
Die tatsächliche inhaltliche Ausgestaltung der Evaluationen und die daraus folgenden Konsequenzen definierten die Fachvertreterinnen und Fachvertreter sowie die Gutachtenden deshalb selbst. Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) hat die Einführung und Gestaltung der Evaluation in allen Schritten konstruktiv begleitet, Meinungsbildungen moderiert und finanziell unterstützt. Das Evaluationsverfahren des VNU wurde 1995 sogar als beispielhaft für die Deutsche Wissenschaft im Studienreform-Projekt des Stifterverbandes ausgezeichnet.

Charakter der Nordverbund-Evaluation

Die Verfahren im Verbund Norddeutscher Universitäten enthielten einige Besonderheiten, die den speziellen Charakter dieser Evaluation ausmachen. Sie bezogen sich primär auf das inhaltliche Konzept und die Zielorientierung des Verfahrens:

  • Die Evaluationsprojekte werden gleichzeitig an mindestens drei Universitäten des Verbundes durchgeführt. (Dies ermöglicht einen erweiterten Bezugsrahmen für die Gutachtenden und einen Erfahrungsaustausch der Evaluierten untereinander bei einem vertretbarem Aufwand)
  • Die auswertenden Konferenzen schlagen die Brücke von der Stärken-Schwächen-Analyse zu den Konsequenzen, welche die Fachbereiche aus der Evaluation ziehen.
  • Studierende werden in alle Phasen des Projekts eingebunden.
  • Die Gutachten entstehen analog zu den Verfahren in der Deutschen Forschungsgemeinschaft, also nach dem Prinzip der Selbstorganisation der Wissenschaft.
  • Ein Vergleich im Sinne einesrfahrungsaustausches zwischen den Universitäten ist beabsichtigt; auf einen Vergleich im Sinne eines Rankings wird verzichtet.
  • Die Ergebnisse einer Evaluation werden in Zielvereinbarungen gefasst.