Studierendenauswahl und Zulassungspolitik (2004 - 2005)
Über das Projekt SelfAssessment hinaus wurden im Nordverbund unterschiedliche Aspekte der Auswahl- und Zulassungspolitik bearbeitet. Die Vizepräsidenten, Pro- und Konrektoren im Verbund haben die einzelnen Papiere der Universitäten zu Zulassungskriterien und –strategien ausgestauscht und diskutiert. Die Verantwortlichen für die Prüfungsverwaltung haben die verschiedenen Konzepte und Softwareangebote erörtert und über gemeinsame Vorgehensweisen beraten. Im Zuge der Einführung der gestuften Studiengänge wurde auf der Ebene der Vizepräsidenten und Pro- bzw. Konrektoren darüber hinaus über gemeinsame Herangehensweisen bzw. Lösungskonzepte gesprochen, da die Folgen von Eingangsprüfungen, Modularisierung und studienbegleitenden Prüfungen, eine erhebliche Umstellung sowohl der Verwaltung als auch für die Lehrenden bedeuten.
Die Verantwortlichen tauschten sich zudem intensiv über Zulassungsstrategien aus. Zunächst haben die Vizepräsidenten, Pro- und Konrektoren Strategien für das Vorgehen in den Fällen erarbeitet, in denen die Zahl der Bewerbungen die der Studienplätze übersteigt, oder in denen gleich viele oder weniger Bewerbungen als Studienplätze vorhanden sind und in denen die Betreiber eines Studienprogramms mehr Voraussetzungen für die Zulassung zum Studium definieren möchten als die Note aus dem vorangegangenen Bildungsabschnitt. In einem Workshop zum Thema Auswahl- bzw. Zulassungsstrategien für die PräsidentInnen und Rektoren im Nordverbund wurden zum einen die Erfahrungen mit Auswahlverfahren an der Universität Freiburg und die Ergebnisse der Selbsttests an der RWTH Aachen vorgestellt. uni-assist (Arbeits- und Servicestelle für Internationale Studienbewerbungen) berichtete dort von den ersten Eindrücken der Vorauswahl ausländischer Studierender und möglichen Konsequenzen für allgemeine Auswahlverfahren. Zum anderen stellte die Firma access ihr Konzept zur Auswahl von Bewerbern für Unternehmen vor und übersetzte, welchen Nutzen die Universitäten in Bezug auf die Studierendenauswahl daraus ziehen könnten. Mittlerweile haben die Universitäten Aufnahmeordnungen oder –satzungen beschlossen und z.T. studiengangsspezifische Zulassungskriterien entwickelt. Für diese universitätsinternen Verfahren war die Debatte im Nordverbund eine vorbereitende und unterstützende Hilfestellung.
Ursprünglich war im Nordverbund geplant, die Qualität des Studierendenservices umfassend, d.h. von der Werbung der Studienanfänger über Immatrikulation, Studienberatung, Versorgung, Sport- und Kulturangebote bis hin zu den Career Services zu überprüfen und neue integrierte Konzepte zu erarbeiten. Dabei sollte, ähnlich wie bei der Evaluation der Internationalisierungsstrategien, eine Evaluation institutioneller Strategien durchgeführt werden. Der Bologna-Prozess erforderte jedoch so weit gehende Veränderungen in der Auswahl der Studierenden, im Zulassungsverfahren und in der Prüfungsverwaltung, dass von einer Überprüfung der bisherigen Praxis abgesehen wurde.

