Förderung von Wissenschaftlerkarrieren - Dual Career Couples (DCC) (2007)
Eine Wissenschaftskarriere einzuschlagen, bedeutet mehrmals umziehen zu müssen. Nur in Ausnahmefällen kann jemand in der Universität Professor oder Professorin werden, in der er oder sie als Assistentin oder Assistent gearbeitet hat. Paare, bei denen beide im Wissenschaftsbetrieb arbeiten, vollführen deshalb oft organisatorische Drahtseilakte und nehmen lange wöchentliche Reisen auf sich, um mit ihren Kindern und Partnern zusammen sein zu können. Besonders Wissenschaftlerinnen verzichten deshalb aus familiären Gründen häufig auf eine eigene Karriere.
Die Universitäten Bremen, Greifswald, Hamburg, Kiel, Lübeck, Oldenburg und Rostock möchten auf das Potential weiblicher Wissenschaftler nicht verzichten. Sie werden zukünftig ihren Neuberufenen helfen, einen Arbeitsplatz für ihre Partnerinnen und Partner im Norden Deutschlands zu finden. Es geht im Wesentlichen darum, beiden Partnern eine attraktive berufliche Perspektive zu bieten und auf die besonderen Bedürfnisse karriereorientierter Paare einzugehen.
Eine entsprechende Erklärung wurde von den Präsidenten und Rektoren der Universitäten im Verbund unterzeichnet. Die Kanzlerinnen und Kanzler haben ein Procedere verabredet, auf welche Weise die gegenseitige Information und Hilfe schnell und unbürokratisch geleistet werden soll.
Die Erklärung lautet:
Die Verflechtung beruflicher Karrieren von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die in Partnerschaft zusammenleben („Dual Career Couples“), ist angesichts der Ortswechsel im Rahmen einer Wissenschaftskarriere schwer mit privater Lebens- und Familienplanung zu vereinbaren. Vor diesem Hintergrund ist eine Förderung solcher Wissenschaftler-Paare, bei denen der eine nicht zu Lasten des anderen Karriere macht, sondern beide ihre beruflichen Interessen zu koordinieren versuchen, zu organisieren und als eine Möglichkeit von Personalentwicklungsplanung strategisch zu nutzen. Angemessene Arbeitsplätze für beide, zumindest in einer geografischen Region, um die Fortsetzung beider Karrieren und gleichzeitig ein Zusammenleben, gemeinsame Familienplanung und auch Kinderbetreuung möglich zu machen, können eine unterstützende Maßnahme sein.
Die Universitäten im Verbund erklären hiermit, dass sie ihr Netzwerk zukünftig auch dazu nutzen wollen, bei Neuberufungen die Arbeitssuche der Lebenspartnerinnen und Lebenspartner dadurch zu erleichtern, dass auch die Arbeitsmöglichkeiten in den Universitäten im Norden transparent werden.
Sie möchten damit im Wettbewerb um die Besten, ein größeres und vielfältigeres Angebot unterbreiten können als eine Universität allein. Die Universitäten, die in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander liegen, werden darüber hinaus weitergehende Anreize erarbeiten, um Partnerinnen und Partner von Neuberufenen zu fördern.

