|
Die Evaluationen im Verbund Norddeutscher Universitäten zielen auf die Qualitätssicherung und -verbesserung in Lehre und Studium. Qualität wird dabei nicht als statische sondern als dynamische Größe aufgefaßt, die von den Fächern während der Evaluation definiert und weiterentwickelt wird. Auch allgemeine Kriterien zur Bewertung von Qualität, wie beispielsweise das fachspezifische Zahlenverhältnis von Studienbeginn zu Studienabschluß sind nur dann handlungsleitend, wenn sie von den Fachvertreterinnen und Fachvertretern selbst als Definition anerkannt sind. Eine Evaluation soll also vor allem den Beteiligten im Fach einen Anstoß geben, die nächste Stufe der Qualitätsentwicklung zu ersteigen. Weder die didaktischen Qualifikationen einzelner Lehrender noch deren Lehrinhalte bzw. Lehrverhalten sind Thema der Evaluationen.
Was tatsächlich der Inhalt der Evaluation ist und welche Konsequenzen aus der Evaluation erfolgen, definieren die Fachvertreterinnen und Fachvertreter (Evaluierte wie Gutachtende) selbst.Vorgegeben - im Sinne von verabredet zwischen den Universitäten - ist ein Frageleitfaden für die Strukturierung der Selbstevaluation sowie der Verlaufsprozess und ein Zeitraster.
Darüberhinaus sind folgende Charakteristika kennzeichnend für die Evaluationen im Verbund:
- Die bereits evaluierten Fächer schätzten insbesondere den diskursiven und handlungsorientierten Charakter der Evaluation. So wird im Verfahren einerseits der Auseinandersetzung der Beteiligten über Studium und Lehre ein hoher Wert beigemessen und andererseits werden die Konsequenzen, die der Fachbereich aus der Evaluation zieht, zum Bestandteil des Projekts.
- Die Evaluationen sind handlungsorientiert, indem sie konsequent auf die Umsetzung der von den Fächern selbst beschlossenen Ergebnisse angelegt sind.
- Die Evaluationsprojekte werden gleichzeitig an vier bis sechs Hochschulen durchgeführt, die örtlich nah beieinander liegen. Das ermöglicht einen erweiterten Bezugsrahmen für die Gutachtenden und einen Erfahrungsaustausch der Evaluierten untereinander bei im Rahmen bleibendem Aufwand für Reisen. Zugleich konkurrieren die beteiligten Universitäten nicht um die Ausstattung durch einen Landeshaushalt, was die Offenheit untereinander fördert.
- Die Studierenden haben die Möglichkeit, sich in allen Phasen des Projekts maßgeblich zu beteiligen.
- Die Gutachten entstehen analog den Verfahren in der Deutschen Forschungsgemeinschaft, also nach dem Prinzip der Selbstorganisation der Wissenschaften. Dabei schlagen die zu evaluierenden Fächer die Gutachtenden im Konsens vor.
- Die Projekte liegen in der Verantwortung der einzelnen Hochschule. Somit wird mit den Evaluationen keine Entscheidung für die Vergabe von Stellen und Mitteln vorbereitet, es sei denn, ein Fach definiert als ein Ergebnis der Evaluation, eigene Mittel anders zu verteilen oder Anträge auf Neuzuweisung zu stellen.
Evaluationen erfordern einen erheblichen Aufwand seitens aller Beteiligten, der Studierenden, der Lehrenden ebenso wie der Gutachtenden. Die Universitäten im Verbund bemühen sich deshalb, wenigstens den organisatorischen Aufwand so gering und flexibel wie möglich zu halten.
Die Universität Groningen unterstützt die Projekte, indem sie einen in Evaluationen erfahrenen Fachvertreter/ eine erfahrene Fachvertreterin in die Gutachterkommission entsendet.
|