Evaluation
 

Das Wort Evaluation in seinem direkten Sinn bedeutet Überprüfung. In den Sozial- und Erziehungswissenschaften wird Evaluation seit den 1960er Jahren als Fachwort für Verfahren benutzt, mit denen Curricula, Institutionen, Projekte und politische Programme überprüft werden können. Dabei wird im Allgemeinen untersucht, ob die Praxis zu den angegebenen Zielen führt.

In einer prozessorientierten Evaluation wird dabei nach Optimierungsmöglichkeiten gemäß den Zielen der Verantwortlichen gesucht. In einer ergebnisorientierten Evaluation wird dabei beurteilt, ob die Zielerreichung für einen gegebenen Standard (meist den des Geldgebers) ausreicht. In einer an Entwicklungen orientierten Evaluation wird überprüft, ob die Ziele auf neuere Entwicklungen und Standards im Umfeld reagieren, ob die Prozesse und Programme zielführend reflektiert und konzipiert sind. Neben dieser auf den Zweck der Evaluation hinweisenden Unterscheidung wird in der Literatur auch nach dem Grad der Beteiligung der Betroffenen differenziert. Sie reichen von selbstorganisierter Fragestellung in selbstorganisierten Verfahren über die im Wissenschaftsbereich übliche Selbstanalyse mit einer Begutachtung bis hin zu einer sog. Fremdevaluation, in der Fragestellung, Analyse und Konsequenzen von Außenstehenden erarbeitet werden.

Seit den 1990er Jahren wird Evaluation an Hochschulen als Verfahren für die Sicherung und Verbesserung von Qualität in Lehre, Studium und Forschung regelhaft eingesetzt. Evaluation wird in der Hochschulpolitik vorrangig als ein mehrstufiges Verfahren verstanden, das von einer anerkannten Agentur oder Geschäftsstelle koordiniert und durchgeführt wird. Aufgabe der Agenturen ist es, den Einsatz der Methoden der empirischen Sozialforschung zu sichern, den Stand der Entwicklung der Kriterien regelmäßig zu überprüfen, die korrekte Durchführung der Erhebungen und die Unabhängigkeit des Gutachtens zu gewährleisten.

 
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  Aktualisiert am 31.05.2007